Thüringen Zusammen — Brückenbau im ländlichen Raum

27. Dezember 2025

Kreative Dialogformate, die Zuhören wieder leicht machen – und Wertschätzung wieder normal.

Worum es geht

Thüringen zusammen ist ein mehrjähriges Kultur- und Beteiligungsprojekt, das neue Wege ausprobiert, um Menschen wieder miteinander in Kontakt zu bringen – alltagsnah und ohne Schwellenangst.

Der Ausgangspunkt ist simpel (und in vielen Orten spürbar):
Es gibt viele Meinungen – aber zu wenig echtes Zuhören. Zu wenig Räume, in denen man sich zeigen kann, ohne sofort eingeordnet zu werden. Und eine große Sehnsucht nach Geselligkeit, Anerkennung und echter Begegnung.

Genau da setzt Thüringen zusammen an: Wir entwickeln und testen Formate, die nicht zuerst auf „Argumente“, sondern auf Beziehung gehen. Denn wenn Menschen sich als Menschen begegnen, verändert sich auch das Gespräch danach.


Warum das gesellschaftlich relevant ist

Kunst und Kultur funktionieren hier wie ein Bindemittel: Sie bringen Menschen zusammen, ohne dass sie sich vorher einig sein müssen.
In kreativen Formaten entsteht eine besondere Atmosphäre: Man kommt ins Tun, ins Erzählen, ins Zuhören – und plötzlich ist da etwas, das in vielen Debatten fehlt: Würde, Vertrauen, Offenheit und Resonanz.

Wir erleben immer wieder:
Wenn Menschen sich erst auf der Beziehungsebene treffen, wird das, was danach „Diskussion“ heißt, menschlicher. Es wird weniger hart, weniger reflexhaft – und oft überraschend ehrlich.


Umsetzung 2025: Formate, Orte, Reichweite

2025 war das Jahr des Machens: ausprobieren, testen, lernen, wiederholen – und sehen, was wirklich trägt. Hier eine noch nicht vollständige Auswahl:

Brückenfeste (künstlerische Begegnungsformate)

  • 4× durchgeführt: Zeulenroda, Weida, Greiz, Saalfeld
  • ca. 100 Teilnehmende

Erzählcafé (moderierte Gesprächsrunden)

  • 3× Nordhausen, 3× Gotha
  • ca. 110 Teilnehmende

Sprechen & Zuhören

  • 1× online, 1× Nordhausen
  • 29 Teilnehmende

Council (Gesprächsformat in Kreisform)

  • 1× Eisenberg, 1× Gera
  • 25 Teilnehmende

Zukunftslab (2 Tage)

  • 1× Saalfeld
  • 32 Jugendliche

Zukunftswerkstatt

  • 3× durchgeführt
  • 45 Teilnehmende

Mikroprojekte

  • 1 größeres Mikroprojekt: Schülerfirma in Saalfeld

Forumtheater

  • Gemeinschaftsschule Neustadt am Rennweg
  • 15 Jugendliche

Coming-of-Age-Filme

  • 5× Screenings: Bad Klosterlausnitz, Greiz, Weida, Rudolstadt, Saalfeld
  • 45 Jugendliche

Podcast

  • 3 aktuelle Folgen erschienen
  • Verbreitung über Spotify & SoundCloud

(Alle Formate wurden erprobt bzw. getestet.)


Was wir daraus lernen (und warum das wichtig ist)

  • Zuhören und Wertschätzung sind kein „Soft-Thema“ – sie sind die Grundlage, damit Menschen überhaupt wieder miteinander können.
  • Wiederholung wirkt: Orte mehrfach zu bespielen macht aus einem Termin eine Beziehung – und aus einem Projekt einen Prozess.
  • Beziehung verändert Gespräch: Wenn man sich zuerst menschlich begegnet, wird die Diskussion danach reflektierter, offener und weniger konfrontativ.

Ausblick 2026

2026 geht es darum, die wirksamsten Formate zu verstetigen, regionale Partnerschaften auszubauen, weitere Landkreise zu bespielen – und die Ergebnisse so zu dokumentieren, dass sie in anderen Orten leicht übernommen werden können.