Warum wir solche Projekte machen
Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Wir lernen, wachsen und entwickeln uns, indem wir uns begegnen, Dinge teilen, miteinander arbeiten, streiten, lachen, kochen, erzählen – kurz: Kultur leben.
Unsere Kulturarbeit beginnt genau dort. Wir schaffen Räume und Formate, in denen Menschen wieder miteinander in Beziehung kommen können – über Kunst, gemeinsames Tun und Begegnung.
Irgendwann wurde für uns klar: Wenn man Verbindung ernst nimmt, reicht es nicht, nur Veranstaltungen zu organisieren. Dann braucht es auch Räume, die bleiben. Häuser, die nicht bei der nächsten Mieterhöhung verloren gehen. Orte, die nicht nur kurzfristig genutzt werden können, sondern dauerhaft gemeinschaftlich getragen werden.
Deshalb haben wir mit der Häuser für Alle Weimar GmbH eine Struktur aufgebaut, mit der wir Immobilien langfristig sichern können. Die WerkBank Weimar zeigt bereits, dass dieses Modell funktioniert: ein selbstverwaltetes Haus im kollektiven Eigentum, in dem Arbeiten, Kultur und Gemeinschaft zusammenkommen.
Unser Ziel geht darüber hinaus: Wir wollen in Weimar ein wachsendes Netz solcher Orte ermöglichen – zum Arbeiten, Wohnen, Lernen, Gestalten und Zusammenleben.
Denn Zusammenhalt braucht nicht nur gute Ideen. Er braucht Orte.
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Lisztstraße 12 – ein wichtiger Versuch, der unsere Idee weitergebracht hat
2026 hatten wir die besondere Chance, die Lisztstraße 12 in Weimar in ein selbstverwaltetes Mietshaus zu überführen.
Gemeinsam mit den bisherigen Mietern, neuen Interessierten und vielen Unterstützern wollten wir rund 600 m² Wohnraum langfristig sichern und das Haus dem spekulativen Immobilienmarkt entziehen.
Die Resonanz war enorm: Über Direktkredite kamen bis zum 31. Juli 167.000 € zusammen. Viele Menschen engagierten sich, neue Mitglieder kamen zum Lösungslabor und aus einer Idee entstand innerhalb weniger Monate eine richtige Gemeinschaft.
Am Ende haben wir uns trotzdem gemeinsam gegen den Kauf entschieden.
Für die Finanzierung wären 250.000 € Eigenkapital notwendig gewesen. Gleichzeitig zeigte die genauere Untersuchung des Gebäudes, dass der Sanierungsbedarf deutlich größer war als zunächst angenommen. Die Kombination aus hohen Baukosten, schwer kalkulierbaren Sanierungsrisiken und fehlendem Eigenkapital hätte die langfristige Bezahlbarkeit gefährdet.
Deshalb war die Entscheidung klar:
Die richtigen Menschen – aber das falsche Haus.
Für uns ist das kein Ende der Idee, sondern ein wichtiger Lernschritt.
Die Menschen, die sich rund um die Lisztstraße zusammengefunden haben, bleiben Teil unseres Netzwerks. Das Wissen aus Finanzierung, Planung, Direktkreditkampagne und gemeinschaftlicher Organisation fließt direkt in die nächsten Projekte ein.
Und die gibt es bereits.
Die WerkBank Weimar funktioniert seit Jahren als selbstverwaltetes Kreativhaus. Und mit dem Hausprojekt ELLA in der Erfurter Straße 22 entsteht gerade das nächste selbstverwaltete Mietshaus unter dem Dach der Häuser für Alle Weimar GmbH.
Dort sind die Voraussetzungen deutlich besser: Das Gebäude ist bereits saniert, das bauliche Risiko ist wesentlich geringer und eine engagierte Hausgemeinschaft arbeitet bereits daran, die nötigen Direktkredite einzuwerben.
So wächst Schritt für Schritt ein Netzwerk selbstverwalteter Häuser in Weimar.
Lisztstraße 12 hat nicht funktioniert – aber die Idee funktioniert.
Und vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erfahrungen aus diesem Projekt: Nicht jedes Haus muss gekauft werden. Entscheidend ist, eine Struktur aufzubauen, die langfristig die richtigen Häuser mit den richtigen Menschen zusammenbringt.
Mehr über unsere Hausprojekte und Möglichkeiten zur Unterstützung findest du bei Häuser für Alle Weimar und beim Hausprojekt ELLA.
👉 Alle Details, Konditionen und Kontakt: haeuser-fuer-alle.org
Kurz gesagt: Wer will, dass Weimar bezahlbar und menschlich bleibt, kann hier ganz konkret mithelfen – nicht irgendwann, sondern jetzt.

So wird aus Kulturarbeit eine dauerhafte Infrastruktur für Zusammenhalt: Lachen, Leben und Lieben in Häusern, die nicht trennen, sondern tragen.




